Der grüne Strahl im Straßburger Münster

Geheimnisvoller Strahl

Jedes Jahr tritt zu den Äquinoktien (21. März resp. 23. September) im Straßburger Münster ein geheimnisvoller grüner Strahl auf. Um die Mittagszeit beleuchtet er die Figuren auf dem Hochgotischen Kanzelkorb und fährt sie wie ein Theaterscheinwerfer in einer bestimmten Reihenfolge ab. Das Licht wird durch ein besonderes, grünes Glas im Schuh des Königs Juda in den Seitenfenstern des Münsters erzeugt. König Juda selbst zeigt in diesem Glasfenster mit dem Finger auf seinen Schuh und schaut selber empor zur Sonne.

Inszenierung oder Zufall?

Seit der erstmaligen Beschreibung des Phänomens durch den französischen Vermessungsingenieur Maurice Rosart in den 1970er Jahren fasziniert die Erscheinung die Besucher. Das grüne Licht regt die Phantasien der Menschen an und man fragt sich, was hinter dieser Erscheinung  steht. Die offizielle Meinung der Kirche ist, dass der Strahl ein reines Zufallsprodukt sei. Maurice Rosart wollte in dem Strahl ein Eichwerkzeug des Mittelalters sehen. Andere sprachen von tiefem Wissen der alten Baumeister (Freimaurer), das der Strahl in unsere Zeit transportiert.

Die Antwort in einem Buch

Inszenierte Lichtphänomene sind aus vielen Sakralbauten des Mittelalters bekannt. Für die Freimaurer des Mittelalters spielte die Bauhütte zu Straßburg eine besondere Rolle. Oliver Wießmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Geheimnis des Straßburger Lichtphänomens zu lüften. Das Ergebnis von 5 Jahren unermüdlicher Forschungsarbeit ist ein profundes Werk (360 Seiten), das sich geistesgeschichtlich der Mystik nähert, die hinter dem grünen Strahl steht. Meisterhaft illustriert bringt Oliver Wießmann darin die astronomischen, astrologischen, mystischen, christlichen, realen und freimaurerischen Hintergründe des Grünen Strahls ans Licht. Er legt dar, dass der Strahl eine absichtsvolle Inszenierung darstellt, die bereits in den Grundrissen der Kathedrale und im historischen Aufriss des Kanzelkorbs angelegt ist. Der Autor offenbart altes Wissen und Hintergründe auf eine ganz besondere Weise. Der Strahl hat auch etwas mit dem berühmten Wanderprediger Johann Geiler von Kaysersberg zu tun, der den mittelalterlichen Klerus geißelte und sich nach langem Bitten der Straßburger Bürger in Straßburg niederließ.

Das Werk gibt nicht nur einen beispiellosen Überblick über die hintergründigen, tief esoterischen Kenntnisse der alten Baumeister, sondern es ist auch ein Fest für die Augen.

Weitere Informationen sowie das erste Kapitel des Buches gibt es auf der Webseite zum grünen Strahl.